Sulforaphan
Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in Kreuzblütlern zu finden ist und zu den Senfölglykosiden gehört. Im Grunde genommen ist Sulforaphan ein Pflanzengift, dass die Pflanze entwickelt, sobald sie angegriffen, besser gesagt: angefressen wird. Die Pflanze will sich auf diesem Wege vor Fressfeinden schützen. Solange kein Angriff erfolgt, liegt der Vorläufer Glucoraphanin ruhig in einer Kammer und in einer anderen befindet sich das Enzym Myrosinase. Erst, wenn das Enzym Myrosinase auf Glucoraphanin wirkt, entsteht Sulforaphan. Das passiert durch Verletzung der Zellen. Der sich entwickelnde bittere Geschmack soll abschrecken. Auch der Geruch der Pflanze verändert sich und soll signalisieren: „Finger“ weg von mir! Doch es ist genau dieses natürliche Pflanzengift, dass auch viele heilende und unsere Zellen schützende und entgiftende Eigenschaften in sich birgt. Es ist ein Pflanzenstoff, der nicht nur die Zellen entgiftend wirkt, sondern auch den Weg für Entgiftung frei macht, indem er entsprechende Signalwege dafür aktiviert.
Dass man bei einer Krebserkrankung wegen den darin enthaltenen Senfölglycosiden viele Kreuzblütler essen sollte ist inzwischen auch von der Schulmedizin anerkannt. Brokkoli gehört sogar zu den Pflanzen, die die Krebsforschung bereits weitgehend analysiert hat. Doch, es ist ratsam, diesen bereits zu essen, solange man gesund ist. Kohl schmeckt lecker, wenn er entsprechend zubereitet ist.
Und hier beginnt das Problem, denn ihn einfach in den Kochtopf werfen und kochen, führt nicht zum gewünschten Nutzen, denn das wertvolle Sulforaphan, das gerade für seine entzündungshemmenden, antioxidativ wirkenden und krebshemmenden Eigenschaften bekannt ist, kommt erst durch das Zusammenwirken von verschiedenen Stoffen, die sich in verschiedenen Kammern des Kohls befinden zur Wirkung. Das Enzym Myrosinase muss auf das Glucoraphanin wirken können, damit sich Sulforaphan entwickeln kann. Doch Myrosinase ist hitzeempfindlich! Wird sie unbrauchbar, bevor Sulforaphan entstehen konnte, werden viele heilende Eigenschaften des Kohls unbrauchbar. Die Myrosinase im Kohl wird wertlos, so wie eine leere Batterie wertlos geworden ist. Auch wir sterben, wenn die Körpertemperatur tödlich überschritten wird. Idealerweise wird der Kohl stark zerkleinert, was bis auf die Konsistenz von Reis geschehen kann und dann entsprechend gewürzt und verzehrt. Beispielsweise lässt sich so rohköstliches Sushi zubereiten. Man kann die Zellwände des Kohls auch aufbrechen, indem wir dem zerkleinerten Kohl etwas Salz zugeben, doch Salz ist kein natürliches Lebensmittel und bei Krankheit sollte doch genau geschaut werden, ob und wieviel man davon verwendet.
Manchmal hörte ich schon die Aussage, dass wir Salz brauchen wegen der Elektrolyte. Doch die besten für unseren Organismus brauchbaren Elektrolyte bekommen wir wieder aus dem Pflanzenreich. Dort sind sie noch organisch gebunden und für uns leicht aufnehmbar und der Gesundheit förderlich. Elektrolyte sind Mineralien und diese nehmen wir mit einer gesunden und abwechslungsreichen natürlichen Nahrung ständig auf. Wer das unterstützen möchte, trinkt frühmorgens ein Glas frisch gepressten Saft aus Staudensellerie und er wird sofort am Tagesstart gut mit Elektrolyten versorgt.
Nun, es gibt auch noch eine Lösung für die, die gar keinen rohen Kohl essen wollen und trotzdem das Sulforaphan aus dem Kohl zu sich nehmen möchten. Dafür wird vor dem Erhitzen der Kohl zerkleinert und ca. ½ bis ¾ Stunde liegen gelassen, sodass sich das Enzym Myrosinase und die Vorstufe von Sulforaphan, das Glucoraphanin verbinden können und Sulforaphan bilden. Sulforaphan soll nicht mehr diese Hitzeempfindlichkeit aufweisen und kann somit im Organismus noch sein gutes Werk verrichten. Eine ganz tolle Lösung jeden Tag unkompliziert in den Genuss von Sulforaphan zu kommen ist es, Brokkolisprossen zu züchten. Macht auch noch Spaß! Diese können dann täglich einem Salat beigefügt werden, der Suppe und auf die Scheibe Brot, dass viele ja essen. All die Nährstoffe, die in Brokkoli entdeckt wurden, enthalten diese in sehr konzentrierterer Form. Der Gehalt an Senfölglykosiden, dem Vorläufer von Sulforaphan Glucoraphanin soll sogar 50 bis 100 Mal höher sein als im ausgereiften Brokkoli.
Um Sulforaphan abwechslungsreich aufzunehmen kann jeden Tag ein anderes Gemüse oder Salat zubereitet werden. Die Kreuzblütler haben alle das Potenzial, Sulforaphan entstehen zu lassen. Dazu zählen Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl, Grünkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Rosenkohl, Chinakohl, Wirsing, Pak Choi und Kohlrabi. Auch Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse, Meerrettich und Senf gehören dazu. Unter den Wildkräutern haben wir beispielweise die leckere Knoblauchsrauke, den Hirtentäschel und die Brunnenkresse. Diese eigenen sich auch gut für die Zubereitung eines Pestos.
Weiterhin enthält Kohl den sekundären Pflanzenstoff Indol-3-Carbinol, der ebenfalls zur Zellentgiftung beiträgt. Indol-3-Carbinol hat sogar die Fähigkeit, in den Zellentstehungs- und Zellabbauprozess einzugreifen. Tumorzellen sollen sich dadurch nicht mehr so schnell teilen können.
Interessant fand ich auch, was ich bei Rüdiger Dahlke in seinem Buch „Krebs – Wachstum auf Abwegen“ las. Er schreibt, dass Krebstumore oft die Form von Brokkoli oder Blumenkohl haben. Den an Signaturenlehre interessierten Menschen, schreibt er, könnte es auf die Idee bringen, sich diesen Zusammenhang für die Therapie zu Nutze zu machen. Wir wissen, wie wichtig die Darmgesundheit für die Gesundheit des gesamten Organismus ist und Brokkoli kann helfen, dass die Darmschleimhaut gesund bleibt.
Sulforaphan hat präbiotische Eigenschaften und fördert das Wachstum gesunder Darmbakterien. Ein gesunder Darm ist für unsere Gesundheit so bedeutend wie die Wurzel eines Baums für seine Gesundheit. Also beim nächsten Einkauf Kreuzblütler kaufen und zu Hause zubereiten!
Tipp, wie roher Brokkoli auch sehr gut schmeckt. Dies ist jetzt kein ganz rohes Rezept, aber der Brokkoli bleibt roh. Ich weiß, Essen muss schmecken und jeder kann sich nicht gleich mit einer kompletten Rohkosternährung anfreunden und dies ist vielleicht auch nicht nötig.
Du nimmst gekochte Kartoffeln vom Vortag, die dadurch bereits gut abgekühlt sind. Die Stärke in den Kartoffeln hat sich nun in resistente Stärke verwandelt. Diese ist gut für die Darmbakterien. Den Brokkoli häckselst Du mit der Küchenmaschine fein und gibst dann die Kartoffeln dazu. Diese Masse kannst Du etwas nach Belieben und Deinem Geschmack würzen. Das können italienische Kräuter und etwas Olivenöl sein. Mit Salz geh bitte sparsam um. Du kannst auch noch etwas Petersilie fein hacken und dazu geben. Sei kreativ!
Zu einem weiterem Rezept, indem Sulforaphan sich bestens entwickeln konnte: Sushi-Blumenkohl:

https://www.kueche-hitzefrei.de/index.php/gerichte/hauptgerichte/sushi-blumenkohl
